Menschen brauchen Nähe und Zuwendung. Gerade, wenn es ihnen schlecht geht. Dies gilt insbesondere für schwerstkranke und sterbende und trauernde Menschen. Der Hospizverein Stuhr e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, Betroffenen und ihren Nahestehenden in den Stunden des Abschieds und darüber hinaus beizustehen.

Ehrenamtliche qualifizierte Begleiterinnen und Begleiter nehmen sich Zeit, um mit Ihnen

  • zu sprechen
  • zu schweigen
  • zu lachen
  • zu weinen
  • zu singen
  • zu beten
  • letzte Dinge zu regeln

unabhängig von Ihrer Konfession, Nationalität oder Weltanschauung. Verschwiegenheit ist uns selbstverständlich.

Der Umgang mit Sterben und Tod kann Unsicherheit, Ängste und ein Gefühl der Hilflosigkeit auslösen. Angehörige fühlen sich zunehmend überfordert, wenn sie allein einen Sterbenden betreuen.

Der Hospizverein Stuhr e.V. trägt dazu bei, dass die letzte Lebensspanne und das Abschiednehmen selbstbestimmt und mit möglichst großer Lebensqualität erfahren werden kann - sei es im eigenen Zuhause oder in einer Einrichtung.

Die Aufgabe speziell qualifizierter ehrenamtlicher Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter ist es, schwerstkranke und sterbende Menschen in ihrem vertrauten Umfeld - ehrenamtlich und kostenfrei - im Rahmen ihrer zeitlichen Ressourcen, zu begleiten. Sie möchten die Zugehörigen - Familie, Freunde und andere vertraute Personen - entlasten, für die Sterbenden und Nahestehenden Ansprechpartner sein und mitmenschliche Zuwendung geben.

Konkret kann es so aussehen, dass sie bei den Sterbenden sind und den Zugehörigen die Möglichkeit geben, eine Auszeit zu nehmen.

Verschwiegenheit ist für uns selbstverständlich!

Um auch auf körperlicher Ebene Lebensqualität zu erhalten – also Leiden wie zum Beispiel Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen zu lindern – pflegt der Verein entsprechende Kooperationen mit ambulanten Palliativteams, Ärzt*innen, Pflegeheimen und Pflegediensten in der Gemeinde Stuhr.

Menschen zu finden
die mit uns fühlen und empfinden,
ist wohl das schönste Glück,
das diese Welt bereit hat.

- Samuel Johnson

Das Angebot ist kostenfrei, wir freuen uns über Spenden!

 

Trauercafé Stuhr in Brinkum

Memento

Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang,
nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?

Allein im Nebel tast ich todentlang
und lass mich willig in das Dunkel treiben…
Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.

Der weiß es wohl, dem Gleiches widerfuhr
-und die es trugen, mögen mir vergeben.
Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,
doch mit dem Tod der andren muss man leben!

- Mascha Kaleko

Trauer gehört zum menschlichen Leben, wie Freude und alle anderen Gefühle. Niemand bleibt ohne Trauererfahrung. Meistens schaffen wir es, Erfahrungen von Verlust und Trauer in unser Leben zu integrieren. Aber oft ist die Lücke, die durch den Tod eines geliebten Menschen entsteht, sehr schwer auszuhalten und erschüttert uns innerlich. Das Karussell der Gefühle von Ohnmacht und Wut, Traurigkeit und Zorn, Angst und Schuldgefühlen dreht sich im Kreis. Das ganze Leben scheint aus den Fugen zu geraten. Hinzu kommen Isolation und Einsamkeit, da in unserer Gesellschaft Trauer immer noch häufig verdrängt wird. Auch wollen wir unsere Familie und Freunde nicht mit unserer Situation belasten und schweigen deshalb.

Eine Trauerbegleitung im Rahmen eines Trauercafés bietet Ihnen einen geschützten Raum, über Ihren persönlichen Verlust mit Menschen, die Ähnliches erfahren haben, sprechen zu können. Unter der Leitung unserer qualifizierten Moderatorinnen, können Betroffene achtsam miteinander reden, über das, was sie bewegt. Verständnis von anderen zu erfahren, die sich in ähnlicher Situation befinden, kann Trost und Halt geben.

Das Trauercafé bietet die Möglichkeit auftretende Gefühle, wie z.B. den Schmerz, zuzulassen und sich auf die Suche nach eigenen, individuellen Ressourcen zu begeben, die ein Weiterleben erträglicher machen.
Wenn Sie über Ihre Trauer sprechen und / oder einfach zuhören, wie Mitmenschen diese schwierige Phase durchleben, kann sich Ihr Empfinden verändern. Sie werden Möglichkeiten entdecken, sich neu zu orientieren, neue Erfahrungen zu machen – sich lebendig zu fühlen. Im Gegensatz dazu bahnt sich Trauer, die sich nicht äußern kann, die unterdrückt wird, häufig mit Wucht einen Weg zurück in das Leben.

Das Trauercafé findet an jedem ersten Sonntag im Monat von 16 – 18 Uhr in Stuhr-Brinkum statt.
Aufgrund der aktuellen Corona-Situation müssen wir nach einem Hygienekonzept arbeiten.
Darum ist es z. Zt. auch nötig, sich zu jedem Termin vorher telefonisch anzumelden unter:  01525 14 16 815.

Unsere Räumlichkeiten sind jeden Donnerstag von 15:00 bis 17:00 Uhr in der Bahnhofstraße 14 in Stuhr-Brinkum für Sie geöffnet.

Hier können Sie Ihre Anliegen zur Sprache bringen und sich über unsere Arbeit informieren.

Außerdem halten wir eine kleine Bibliothek zum Themenbereich Sterben, Tod und Trauer für Sie bereit.

Hier finden Sie die aktuellen Bücherlisten:

Geordnet nach Autoren

Geordnet nach Titeln

Über den Weg der Öffentlichkeitsarbeit möchten wir einerseits Betroffene und ihre Familien und Freunde informieren und ermutigen, unsere Arbeit anzunehmen. Andererseits wollen wir unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern ermöglichen, sich über sensible Themenbereiche wie Sterben, Tod und Trauer zu informieren und auszutauschen.

Deshalb:

  • bieten wir eine Reihe öffentlicher Hospizabende zu ausgesuchten Themen in verschiedenen Ortsteilen der Gemeinde Stuhr an. Unter "Termine" oder "Aktuelles" können Sie sich informieren.
  • halten wir Kontakt zur lokalen Presse, Pflegeheimen und Pflegediensten, Ärztinnen und Ärzten, Krankenhäusern und anderen sozialen Diensten.
  • kommen wir zu Vereinen oder anderen interessierten Gruppen oder Institutionen, um Entwicklung, Ziele und Angebote des Hospizereins Stuhr e.V. in Form eines Vortrags oder im Gespräch vorzustellen.
  • organisieren wir unterschiedliche Veranstaltungen, wie z.B. Benfizkonzerte, Fortbildungen, Infostände, Lesungen oder Vorträge.

Datum und Ort finden Sie jeweils unter Termine".

Qualifizierung zur Hospizbegleiterin/zum Hospizbegleiter

In regelmäßigen Abständen bietet der Hospizverein Stuhr e.V. Qualifizierungen zur/m Hospizbegleiter*in an.

Diese Qualifizierung ist gedacht für Menschen, die sich im Rahmen einer kleinen Gruppe intensiv mit den Themen Leben, Sterben, Abschied, Tod und Trauer auseinandersetzen möchten. Die Qualifizierung hat einen Umfang von ca. 100 Unterrichtsstunden, die auf 3 Wochenenden, 1 Praxistag und 13 Themenabende verteilt werden. Durch den Erhalt eines Abschlusszertifikats sind die Teilnehmenden befähigt, als Hospizbegleiter*in bei jedem ambulanten Hospizdienst ehrenamtlich tätig zu werden.

Haben Sie Interesse?

Dann vereinbaren Sie einen Gesprächstermin mit unserer Koordinatorin, Ursula Krafeld.
Telefon: 0151-75 01 24 31

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Bericht einer Teilnehmerin der 5. Qualifizierung zur Hospizbegleiterin

Das erste Mal in Berührung mit Hospizarbeit kam ich vor 2 Jahren, als einer Angehörigen der letzte Weg bevorstand. Die Hospizbegleiterinnen, die ich seinerzeit kennenlernen durfte, beeindruckten mich nachhaltig und tief. Sie hatten besonders feine Antennen dafür, was gerade wohl gebraucht werden würde: Sie boten sich an, ließen uns in Ruhe, sie scheuten sich nicht vor ernsten Gesprächen. Sie waren professionell und zugleich sehr mitfühlend.
Meine Angehörige starb, die Hospizbegleiterinnen waren für uns da. Es wurde gemeinsam eine Trauerfeier organisiert, die persönlich, ergreifend und besonders war.
Für mich war klar: dieses Ehrenamt empfinde ich für mich persönlich als besonders wertvoll. Ich glaube von mir, dass ich ein gutes Gespür für Menschen habe, glaube, erkennen zu können, wann man besser schweigt und wann nicht und erlebe es oft, dass Menschen offen auf mich zugehen können. Der Gedanke reifte, irgendwann kam der richtige Zeitpunkt. Auf einen Zeitungsartikel hin meldete ich mich bei Frau Krafeld vom Hospizverein Stuhr mit dem Herzenswunsch, mich engagieren zu dürfen. Nach einem persönlichen Kennenlernen und dem Ergründen meiner Motivation war für beide Seiten klar: Ich würde die Qualifizierung zur Hospizbegleiterin machen. Diese war intensiv. Wir Teilnehmer wurden immer wieder herausgefordert, uns mit uns auseinanderzusetzen, damit aus uns gute Hospizbegleiter*innen werden würden. Die Zeit war anstrengend und schön und hat mich weiter darin bestärkt, am richtigen Platz zu sein.
Mit meinen 35 Jahren war ich die Jüngste in der Runde. Ich habe mich trotzdem nie als das Küken oder nicht ernst genommen gefühlt. Was mich deutlich von den anderen Teilnehmern unterschied, war, dass nahe Angehörige, wie Partner, Kinder, Eltern oder Geschwister von mir noch nicht betrauert wurden. Ich gehe wohl etwas naiver in die Begleitung, was ich jedoch definitiv nicht als Nachteil sehe. Ich glaube, dass ich als Hospizbegleiterin sehr viel zu geben habe, ich möchte Gutes tun. Und ich bin mir sicher, dass es sich nicht nur einseitig anfühlen wird. Ich kann mit dem Herzen sehen und freue mich auf meinen Weg in der Hospizarbeit.

Könntest Du dir so etwas auch für dich vorstellen?

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Begleiten

Zu begleiten ist ein Wagnis.
Wenn du begleitest,
veränderst du dich und die Gesellschaft.
Denn - die Welt wird durchsichtiger und erfüllter.
Feineres Gespür lässt Wege finden,
die zu anderen führen.
Frage dich, ob du diesen ganzen Einsatz
für dich und andere leisten willst.

- Pearl S. Buck

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