Menschen brauchen Nähe und Zuwendung. Gerade, wenn es ihnen schlecht geht. Dies gilt insbesondere für schwerstkranke und sterbende und trauernde Menschen. Der Hospizverein Stuhr e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, Betroffenen und ihren Nahestehenden in den Stunden des Abschieds und darüber hinaus beizustehen.

Ehrenamtliche qualifizierte Begleiterinnen und Begleiter nehmen sich Zeit, um mit Ihnen

  • zu sprechen
  • zu schweigen
  • zu lachen
  • zu weinen
  • zu singen
  • zu beten
  • letzte Dinge zu regeln

unabhängig von Ihrer Konfession, Nationalität oder Weltanschauung. Verschwiegenheit ist uns selbstverständlich.

Umfragen zufolge möchten über 90 Prozent der Menschen in Deutschland ihre letzte Lebenszeit in ihrem vertrauten Umfeld verbringen. Tatsächlich sterben weitaus die meisten Menschen in Krankenhäusern und Pflegeheimen.

Der Hospizverein Stuhr e.V. trägt dazu bei, dass die letzte Lebensspanne und das Abschiednehmen selbstbestimmt und mit möglichst großer Lebensqualität erfahren werden kann.
Allerdings löst der Umgang mit Sterben und Tod oft Unsicherheit, Ängste und ein Gefühl der Hilflosigkeit aus. Angehörige fühlen sich zunehmend überfordert, wenn sie allein einen Sterbenden betreuen.

Die Aufgabe speziell qualifizierter ehrenamtlicher Hospiz-Begleiterinnen und Hospiz-Begleiter ist es, schwerstkranke und sterbende Menschen in ihrem vertrauten Umfeld - ehrenamtlich und kostenfrei - im Rahmen ihrer zeitlichen Ressourcen, zu begleiten. Sie möchten die Zugehörigen - Familie, Freunde und andere vertraute Personen - entlasten, für die Sterbenden und Nahestehenden Ansprechpartner sein und mitmenschliche Zuwendung geben.
Konkret kann es so aussehen, dass sie den Sterbenden zuhören, mit ihnen Gespräche führen, sie dabei unterstützen, noch „letzte Dinge“ zu erledigen, mit ihnen zu singen, lachen, weinen, beten oder schweigen und da zu sein.

Verschwiegenheit ist für uns selbstverständlich!

Um auch auf körperlicher Ebene Lebensqualität zu erhalten – also Leiden wie zum Beispiel Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen zu lindern – pflegt der Verein entsprechende Kooperationen mit ambulanten Palliativteams, Ärzt*innen, Pflegeheimen und Pflegediensten in der Gemeinde Stuhr.

Menschen zu finden
die mit uns fühlen und empfinden,
ist wohl das schönste Glück,
das diese Welt bereit hat.

- Samuel Johnson

Das Angebot ist kostenfrei, wir freuen uns über Spenden!

 

Über den Weg der Öffentlichkeitsarbeit möchten wir einerseits Betroffene und ihre Familien und Freunde informieren und ermutigen, unsere Arbeit anzunehmen. Andererseits wollen wir unseren Mitbürgern ermöglichen sich über sensible Themenbereiche wie Sterben, Tod und Trauer zu informieren und auszutauschen, über die allgemein immer noch nicht gern gesprochen wird.

Deshalb:

  • sind unsere Räumlichkeiten jeden Donnerstag von 15:00 bis 17:00 Uhr in der Bahnhofstraße 14 in Stuhr-Brinkum für Sie geöffnet. Hier finden Sie immer eine Gesprächspartnerin, die sich Ihrer Anliegen annimmt oder Sie über unsere Arbeit informiert.
  • halten wir in unseren Räumlichkeiten eine kleine Bibliothek für Sie bereit.
  • bieten wir eine Reihe öffentlicher Hospizabende zu ausgesuchten Themen in verschiedenen Ortsteilen der Gemeinde Stuhr an. Unter "Termine" oder "Aktuelles" können Sie sich über den nächsten öffentlichen Hospizabend informieren.
  • halten wir ständig Kontakt zur lokalen Presse, Pflegeheimen und Pflegediensten, Ärztinnen und Ärzten, Krankenhäusern und anderen sozialen Diensten.
  • kommen wir zu Vereinen oder anderen interessierten Gruppen oder Institutionen, um Entwicklung, Ziele und Angebote des Hospizereins Stuhr e.V. in Form eines Vortrags oder im Gespräch vorzustellen.
  • organisieren wir regelmäßige Veranstaltungen, wie z.B. Benfizkonzerte oder Vorträge.

Datum und Ort finden Sie jeweils unter "Termine".

Neue Qualifizierung zur Hospizbegleiterin/zum Hospizbegleiter 2022

Vom 25. Februar 2022 bis 28. Juni 2022 bietet der Hospizverein Stuhr e.V. seine sechste Qualifizierung zur/m Hospizbegleiter*in an.
Diese Qualifizierung ist gedacht für Menschen, die sich im Rahmen einer kleinen Gruppe intensiv mit den Themen Leben, Sterben, Abschied, Tod und Trauer auseinandersetzen möchten. Die Qualifizierung hat einen Umfang von ca. 100 Unterrichtsstunden, die auf 3 Wochenenden, 1 Praxistag und 13 Themenabende verteilt werden. Durch den Erhalt eines Abschlusszertifikats sind die Teilnehmenden befähigt, als Hospizbegleiter*in bei jedem ambulanten Hospizdienst ehrenamtlich tätig zu werden.

Haben Sie Interesse?
Dann vereinbaren Sie einen Gesprächstermin mit unserer Koordinatorin, Ursula Krafeld.
Telefon: 0151-75 01 24 31
Für nähere Informationen steht Ihnen auch auf unserer Webseite  www.hospizstuhr.de in unserem Downloadbereich die Informationsbroschüre „Qualifizierung zur Hospizbegleiter*in - 2022“ zur Verfügung.


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Bericht einer Teilnehmerin der 5. Qualifizierung zur Hospizbegleiterin

Das erste Mal in Berührung mit Hospizarbeit kam ich vor 2 Jahren, als einer Angehörigen der letzte Weg bevorstand. Die Hospizbegleiterinnen, die ich seinerzeit kennenlernen durfte, beeindruckten mich nachhaltig und tief. Sie hatten besonders feine Antennen dafür, was gerade wohl gebraucht werden würde: Sie boten sich an, ließen uns in Ruhe, sie scheuten sich nicht vor ernsten Gesprächen. Sie waren professionell und zugleich sehr mitfühlend.
Meine Angehörige starb, die Hospizbegleiterinnen waren für uns da. Es wurde gemeinsam eine Trauerfeier organisiert, die persönlich, ergreifend und besonders war.
Für mich war klar: dieses Ehrenamt empfinde ich für mich persönlich als besonders wertvoll. Ich glaube von mir, dass ich ein gutes Gespür für Menschen habe, glaube, erkennen zu können, wann man besser schweigt und wann nicht und erlebe es oft, dass Menschen offen auf mich zugehen können. Der Gedanke reifte, irgendwann kam der richtige Zeitpunkt. Auf einen Zeitungsartikel hin meldete ich mich bei Frau Krafeld vom Hospizverein Stuhr mit dem Herzenswunsch, mich engagieren zu dürfen. Nach einem persönlichen Kennenlernen und dem Ergründen meiner Motivation war für beide Seiten klar: Ich würde die Qualifizierung zur Hospizbegleiterin machen. Diese war intensiv. Wir Teilnehmer wurden immer wieder herausgefordert, uns mit uns auseinanderzusetzen, damit aus uns gute Hospizbegleiter*innen werden würden. Die Zeit war anstrengend und schön und hat mich weiter darin bestärkt, am richtigen Platz zu sein.
Mit meinen 35 Jahren war ich die Jüngste in der Runde. Ich habe mich trotzdem nie als das Küken oder nicht ernst genommen gefühlt. Was mich deutlich von den anderen Teilnehmern unterschied, war, dass nahe Angehörige, wie Partner, Kinder, Eltern oder Geschwister von mir noch nicht betrauert wurden. Ich gehe wohl etwas naiver in die Begleitung, was ich jedoch definitiv nicht als Nachteil sehe. Ich glaube, dass ich als Hospizbegleiterin sehr viel zu geben habe, ich möchte Gutes tun. Und ich bin mir sicher, dass es sich nicht nur einseitig anfühlen wird. Ich kann mit dem Herzen sehen und freue mich auf meinen Weg in der Hospizarbeit.

Könntest Du dir so etwas auch für dich vorstellen?



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Begleiten

Zu begleiten ist ein Wagnis.
Wenn du begleitest,
veränderst du dich und die Gesellschaft.
Denn - die Welt wird durchsichtiger und erfüllter.
Feineres Gespür lässt Wege finden,
die zu anderen führen.
Frage dich, ob du diesen ganzen Einsatz
für dich und andere leisten willst.

- Pearl S. Buck

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